Ich bleibe, bis ich dieses Nebelmeer spüre.
- carmensonjajud

- 3. Jan.
- 1 Min. Lesezeit
Ich sitze in meinem Sessel und blicke auf ein weiches Nebelmeer über dem Zürichsee. Ein Hauch von Morgenröte liegt darüber - eigentlich ein Anblick, der mich umhauen müsste.
Doch ich merke: Ich sehe es, aber ich fühle es nicht.

Kennst du das? Etwas ist wunderschön, berührt dich - aber innerlich bleibt es trotzdem ein bisschen fern.
Ich mache mir einen Kakao und setze mich wieder hin und entschliesse mich: Ich bleibe sitzen, bis ich dieses Nebelmeer so richtig fühle.
Mit geschlossenen Augen, dem süsslichen Duft des Kakaos und leiser Musik sitze ich da und lasse mich auf das Fühlen ein. Und dann passier es: Ich fühle so tief, dass mir Tränen kommen.
Mir wird in diesem Moment bewusst: Ich kann nur fühlen, wenn ich verbunden mit mir bin. Ich kann das Nebelmeer nicht da draussen fühlen, sondern ich muss das Nebelmeer in mir fühlen.
Wie oft bin ich im Aussen. Beobachte mich selber in den Augen anderer. Ein alter Reflex aus dem Glauben, nicht genug zu sein. Heute weiss ich, dass ich wundervoll bin. Und trotzdem erwische ich mich manchmal dabei, genau dorthin zurückzugleiten.
Dieses Nebelmeer hat mich daran erinnert, wie kostbar es ist, wieder in meinem eigenen Inneren zu landen.
Ganz bei mir.
Verbunden.
Danke liebes Nebelmeer.




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