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Wann habe ich aufgehört, mich selbst zu sein?

  • Autorenbild: carmensonjajud
    carmensonjajud
  • 8. Jan.
  • 2 Min. Lesezeit

In dem Moment, als ich mich entschieden habe, jemand sein zu wollen.




Was, wenn wir gar niemand sind?

Was, wenn wir nicht hier sind, um jemand zu werden? Was, wenn wir nicht gut oder schlecht sind, nicht richtig oder falsch – sondern einfach ein Energiebündel?

Ein Häufchen von Nichts. Ohne Bewertung. Ohne Aufgabe. Ohne Rolle.

Dieses Häufchen Nichts steht morgens auf und darf beobachten, wie es sich heute zum Ausdruck bringen möchte.


Laut oder leise. Still oder wild. Lachend oder weinend.

Nicht, weil es so sein sollte – sondern weil es sich so zeigt.


Wie wir beginnen, uns zu verlieren

Als Kleinkinder sind wir doch eigentlich genau das. Reines Erleben. Reine Wahrnehmung. Kein Ich. Kein Du. Kein Vergleich.


Und irgendwann kommt dieser feine, schmerzhafte Moment: So wie ich bin, bin ich nicht ganz richtig.

Vielleicht leise. Vielleicht subtil. Aber tief genug, um uns zu verändern.

Wir beginnen, jemand sein zu wollen. Besser. Angepasster. Wertvoller. Und genau dort beginnt die Entfremdung.


Ich bin leise – dachte ich

Lange Zeit habe ich mich als „die Leise“ gesehen. Die Beobachtende. Die Ruhige.

Und weil ich mich damit identifiziert habe, habe ich mir nicht erlaubt, den lauten Teil in mir zu fühlen.

Bis er plötzlich da war. Roh. Kraftvoll. Unüberhörbar.

Ich hatte Lust zu schreien. Und mein Verstand sagte: Das bist doch nicht du.

Und dann kam dieser andere Satz in mir hoch: Du bist nichts. Also darfst du alles sein.

So stand ich im Wald. Und habe geschrien. Gelacht. Nochmals geschrien.

Heute tue ich das regelmässig. Nicht aus Wut. Sondern aus Lebendigkeit.

Ich habe verstanden: Lautsein ist genauso eine Dimension von mir wie die Stille.


Nicht wer bin ich – sondern in was möchte ich mich erleben?

Ich frage mich nicht mehr "Wer bin ich"?

Viel mehr spüre ich hinein, wo es mich gerade hinzieht.

Manchmal heisst das, Ja zu sagen, wo früher ein Nein war. Manchmal heisst es, ins Ungewohnte zu gehen. Oder genau ins Gegenteil dessen, was ich über mich dachte.

Und jedes Mal, wenn ich tiefer schaue – wirklich tiefer – lande ich wieder bei derselben alten Wurzel:

Ich war irgendwo der Meinung, nicht gut genug zu sein.

Und jedes Mal darf ich mich erinnern: Ich muss niemand sein.


Alles ist Liebe

Das Helle und das Dunkle. Die Wut und die Zärtlichkeit. Der Schrei und die Stille.

Liebe ist nicht nur sanft. Liebe ist wahr.

Und wenn wir uns erlauben, uns aus dieser Wahrheit heraus zu bewegen, wird das Leben zu einem Abenteuer.


Ich wache morgens auf, hebe meine Arme und sage:

Guten Morgen, Tag. Was möchtest du mir heute zeigen? In was darf ich mich erleben?


Und genau darin liegt für mich Freiheit.

Ich bin ein Häufchen von Nichts,

und darf mich in Allem zum Ausdruck bringen,

in Verbundenheit mit meinem göttlichen Kern.


Wenn du heute nichts sein müsstest –

in was würdest du dich erleben wollen?

 
 
 

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