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Während viele nicht verlieren können, getraue ich mich nicht, zu gewinnen.

  • Autorenbild: carmensonjajud
    carmensonjajud
  • vor 7 Tagen
  • 2 Min. Lesezeit


Ich stehe auf dem Badmintonfeld. Es ist lange her, seit ich das letzte Mal in irgendeiner Form gegen jemanden spiele. Generell. Nicht nur Badminton.

Schon in den ersten Ballwechseln kommt der Flashback. Ich beobachte, wie es mir richtiggehend leidtat, gegen meine Mitspielerin zu spielen. Fast entschuldigend schaue ich sie an, als der Ball Punkt für Punkt in ihrem Feld auf dem Boden landet.


„Interessant“, denke ich. "Während viele nicht verlieren können, getraue ich mich nicht, zu gewinnen."

Ein Teil von mir will zurückhalten. Langsamer werden. Mich kleiner machen.

Ich lasse mich auf dieses Gefühl ein, das mich gerade einholt. Dabei erinnere ich mich daran, wie ich früher gute Noten geschrieben habe. Wie andere Kinder sich mit mir verglichen. Und wie unangenehm das für mich war.


Also lernte ich früh, meine Fähigkeiten zu verstecken. Ich lasse lieber die anderen gewinnen. Denn ihre Freude fühlt sich für mich sicherer an als meine eigene. „Meine Stärke zu zeigen, fühlt sich für mich unsicher an“, beobachte ich.


Und während ich da auf diesem Badmintonfeld stehe, frage ich mich: Was passiert hier gerade in mir? Warum fühle ich meine Mitspielerin mehr als mich selbst? Halte ich mich zurück aus Angst vor meiner eigenen Stärke?


Mitten im Spiel entscheide ich mich, meine Angst – egal, was genau sie ist – einfach loszulassen.

Und dann passiert ein Shift. Einer, den ich kaum in Worte fassen kann.

Es steigt eine unbändige Kraft in mir hoch. Eine Kraft, die aus Liebe entspringt. Tief aus mir heraus. So klar und lebendig, wie ich sie noch nie spürte.


Es geht nicht um den Kampf gegen jemanden oder um das Vergleichen. Sondern um das Einstehen für mich. Für das, was ich in mir fühle. Für das, was in mir lebendig ist. Die Kraft nach aussen fliessen zu lassen, die aus tiefer Liebe entspringt.


In wenigen Ballwechseln beobachte, wie ich plötzlich richtig Freude daran bekomme, Punkte zu sammeln. Und ich freue mich nicht nur über die Punkte – ich freue mich über meine Freude darüber.


Es fühlt sich plötzlich gesund an, mich über meinen Sieg zu freuen. Nicht im Aussen. Sondern für mich.


Mein magischer Shift in dieser Badmintonstunde: Ich gewinne meine Liebe zum Kampf zurück. Das Feuer in mir. Nicht als Angriff. Sondern als liebende, klare innere Haltung mir selbst gegenüber.


Für mich und für meinen Erfolg.


Mein Leben ist mein Lehrer. Und manchmal zeigt sich das ganz unscheinbar – in einer Badmintonstunde.


 
 
 

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