Ist das Leben ein Flirt?
- carmensonjajud

- 29. Jan.
- 1 Min. Lesezeit

Ich beobachte mich gerade als Singlefrau. Und ich merke, wie viel Verspieltheit und Gefühl dadurch wieder Raum bekommen.
Dieses feine Kribbeln, wenn mich eine Begegnung bewegt.
Wenn Nähe entsteht – ohne Anspruch.
Ich begegne Menschen und spüre genauer hin.
Was berührt mich?
Was öffnet sich in mir?
Was bleibt ruhig?
Und irgendwann tauchte diese ehrliche Verwunderung auf:
Gefühle, Schmetterlinge – wo wart ihr all die Jahre?
Vielleicht waren sie nie weg. Vielleicht habe ich sie nur nicht eingeladen. Oder ich habe sie durch Erwartungen ersetzt. Durch Vorsicht. Durch Kontrolle.
Kann es sein, dass es im Leben darum geht, den Gwunder in uns zu leben? Pläne und Kontrolle ein Stück loszulassen und uns dafür zu öffnen, dass aus jedem Moment etwas entstehen darf?
Eine Berührung.
Eine Begegnung mit mir selbst.
Ein Miteinander.
Ein Flirt ist kein Spiel.
Er ist Präsenz.
Ein Sich-Zeigen im Moment.
Er fragt nicht: Was wird daraus?
Sondern: Bin ich gerade da?
Nähe zu leben. Verletzlichkeit zuzulassen. Und zu beobachten, wie das Leben darauf antwortet. Denn etwas verändert sich, wenn ich eine Beziehung mit dem Leben eingehe.
Es wird ein Dialog.
Nicht planbar.
Doch wahrhaftig.
Lebendig.
Vielleicht haben wir verlernt mit dem Leben zu flirten. Vielleicht haben wir es zu ernst genommen. Zu zielgerichtet. Zu abgesichert.
Vielleicht ist das Leben gar nicht fordernd.
Vielleicht möchte es nur eines:
Mit uns flirten.
Ich bleibe im Gwunder. Und du?




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